Rund 35.000 Menschen hatten sich nach Polizeiangaben in der belgischen Hauptstadt versammelt um gegen die neuen Corona-Maßnahmen der Regierung zu protestieren.  Für Zorn sorgt vor allem, die zunehmende Pflicht zur Vorlage von Corona-Zertifikaten in Restaurants und anderen Lebensbereichen.

Mehr Telearbeit, mehr Impfen

Um die neue Corona-Welle in Belgien zu brechen, setzt die Regierung zudem auf Telearbeit und die verstärkte Impfung von Kindern. Wo es möglich ist, müssen Arbeitnehmer ab Montag mindestens vier Tage pro Woche von Zuhause aus arbeiten. Zudem weitet Belgien die Impfkampagne auf fünf- bis elfjährige Kinder aus.

Dass Ungeimpfte nicht mehr ohne Tests in Restaurants und Bars dürfen, sorgt in Belgien für Empörung

Die Kundgebung verlief zunächst friedlich. Später kam es zu Ausschreitungen, als Teilnehmer die Polizei mit Feuerwerkskörpern bewarfen, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtet. Die Sicherheitskräfte antworteten mit dem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas.

Ähnlich wie in Deutschland war die Zahl der täglichen Corona-Infektionen auch in Belgien in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Zuletzt wurden in dem Land mit rund 11,5 Millionen Einwohnern im Durchschnitt mehr als 12.000 Neuinfektionen am Tag verzeichnet. 

Am vergangenen Montag lag der Wert bei mehr als 20.000 Fällen. Zwischen dem 13. und 19. November gab es durchschnittlich 268,3 coronabedingte Krankenhauseinweisungen pro Tag, wie Belga unter Berufung auf amtliche Mitteilungen berichtete. Das sei mit Blick auf die Vorwoche ein Anstieg von 29 Prozent.

uh/haz (dpa, afp)