Im Westen Kolumbiens haben Polizeianwärter bei einer Veranstaltung Nazisymbole zur Schau gestellt. Auf Bildern in sozialen Netzwerken sind Polizeischüler in Wehrmachts- und SS-Uniform mitsamt Hakenkreuzbinde zu sehen.

Ein Teilnehmer hatte sich als Adolf Hitler verkleidet, wie Fotos im offiziellen Twitterkanal der Polizei zeigen. Dazu hieß es, die Ausbildungsstätte in Tuluá organisiere eine „internationale Woche mit Deutschland als Gastland“. Der Direktor der Einrichtung wurde inzwischen entlassen.

Einhellige Reaktionen

Die deutsche und die israelische Botschaft in Bogotá verurteilten die Vorgänge in einer gemeinsamen Erklärung als Verharmlosung der NS-Herrschaft. Ähnlich äußerte sich Präsident Iván Duque: „Antisemitismus hat keinen Platz in der Welt.“ Das kolumbianische Verteidigungsministerium betonte, die Veranstaltung habe in keiner Hinsicht den politischen Leitlinien bei der Ausbildung von Sicherheitskräften entsprochen.

Polizeieinsatz in Bogotá bei Anti-Regierungsprotesten (im Juni)

Das Ansehen von Kolumbiens Polizei hatte bereits in der ersten Jahreshälfte stark gelitten, als sie Proteste gegen die Regierung gewaltsam niederschlug. Deswegen führt sie derzeit eine Imagekampagne, zu der auch die ausgiebige Kommunikation in sozialen Netzwerken gehört. Demnächst sollen Kolumbiens Polizisten auch eine neue Uniform erhalten.

jj/AR (dpa, afp)