Meinung

Vierte Corona-Welle
Von allem zu wenig: Weil die Politik versagt hat, müssen wir das Ruder selbst in die Hand nehmen!

Olaf Scholz und Angela Merkel erklären die neuen Maßnahmen gegen Corona. 

© Michael Kappeler / Picture Alliance

von Leonie Scheuble
20.11.2021, 11:39 Uhr

Die Corona-Maßnahmen greifen zu kurz und kommen zu spät. Doch angesichts der ernsten Lage können wir es uns nicht mehr leisten, auf die Politik zu warten. Wir müssen jetzt selbst Verantwortung übernehmen, findet unsere Autorin.

Es reicht noch nicht. Die Impfungen reichen nicht. Die Maßnahmen reichen nicht. Die Rücksichtnahme reicht nicht. Anders lässt sich kaum erklären, wie es schon wieder so weit kommen konnte.

Jeden Tag knacken die Infektionszahlen neue Rekorde. Mittlerweile gibt es in rund jedem vierten Landkreis noch maximal ein freies Intensivbett. Alle, deren OPs in den nächsten Wochen mit der Begründung „nicht lebensnotwendig“ abgesagt werden, oder die mit einem Schlaganfall bis zur übernächsten Klinik fahren müssen, können sich dafür bei denjenigen bedanken, die sich entgegen jedem wissenschaftlichen Konsens noch immer gegen eine Impfung sträuben. Und natürlich bei den politisch Verantwortlichen.

Dem RKI-Chef reicht’s – zu Recht

„Es ist zehn nach Zwölf“, warnte Gesundheitsminister Spahn. Recht hat er. Doch umso mehr stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass die Politik zum vierten (!) Mal blindlings in die nächste Corona-Welle reinstolpert. Gut, beim ersten Mal hatte die Regierung noch Welpenschutz. Aber spätestens bei Welle Nummer zwei und drei hätte schneller und konsequenter gehandelt werden können, hätte man auf die Wissenschaft gehört.

Nein, die Verantwortlichen mussten es so weit kommen lassen, bis selbst dem Mann, der uns seit Pandemiebeginn nüchtern die Infektionslage…