Nach der Ankündigung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht im Nachbarland Österreich schließen deutsche Politiker einer möglichen künftigen Ampel-Koalition eine solche Regelung für Deutschland aus. „Die wird es nicht geben“, sagte der SPD-Politiker und Bundesaußenminister Heiko Maas dem Sender „Bild Live“. „Weil wir es nicht für notwendig halten, weil wir es auch unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten für schwierig halten.“

Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus kritisierte Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder, der sich für eine Pflicht offen gezeigt hatte. „Die allgemeine Impfpflicht als Drohkulisse in den Raum zu stellen, hilft niemandem“, sagte sie der „Bild“-Zeitung. „Gerade die Länder mit dramatischen Corona-Zahlen sollten sich darauf konzentrieren, wie vereinbart die Impfangebote auszuweiten und die neuen Corona-Maßnahmen umzusetzen.“

In Österreich liegt die COVID-19-Impfquote bei 66 Prozent (Archivbild)

In Österreich beginnt am Montag ein neuer Lockdown, der auch Geimpfte betrifft und maximal 20 Tage lang dauern soll. Zudem müssen im Februar alle Bürger ab einem noch zu bestimmenden Alter vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein – ansonsten drohen Strafzahlungen. Österreich ist das erste Land der Europäischen Union, das angesichts der jüngsten Infektionswelle derart harte Maßnahmen ergreift. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag dort am Freitag bei über 1000.

Immer mehr Bundesländer fahren Maßnahmen hoch

In Deutschland beträgt der Durchschnittswert nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 362. Demnach wurden binnen 24 Stunden 63.924 Neuinfektionen gemeldet, fast 19.000 mehr als vor einer Woche. Darin sind allerdings Nachmeldungen aus Sachsen enthalten. Die Hospitalisierungsrate gab das RKI mit 5,34 an. Dies ist die Zahl der positiv auf Corona getesteten und ins Krankenhaus eingewiesenen Menschen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Aktuelle Zahlen aus Deutschland

Ab einer Rate von drei in einem…