Seine Eltern waren Einwanderer aus Italien. Einfache Leute, wie er einst in einem Interview sagte, die nach Amerika gekommen seien, weil sie Arbeit suchten. Dort wurde am 20. November 1936 Don DeLillo geboren, in New York in der Bronx. Hier wuchs er auf, hier machte er seine ersten Erfahrungen. Genug Stoff, um damit Bücher zu füllen, er aber zog den Fokus ganz bewusst weiter, wie er sagt. Es sei der gleiche Impuls gewesen, dem auch seine Eltern gefolgt waren: Er wollte sich mit der gesamten neuen Gesellschaft auseinandersetzen. Und nicht nur mit den drei Straßen in „Little Italy“, in denen er aufwuchs.

Und diesen Anspruch hat der Autor zweifellos eingelöst – in 18 Romanen, die ihn zu einer prägenden Gestalt jenes „postmodernen“ Aufbruchs in der Literatur nach den 1960er Jahren machten – und zum seit Jahrzehnten gehandelten Kandidaten für den Literaturnobelpreis. Wohingegen sich DeLillo selbst lieber schlicht als einen „amerikanischer Roman-Autor“ bezeichnet.

Auszeichnung für sein Lebenswerk

Bei DeLillo zu Hause wurde ein wilder Mix aus Italienisch und Englisch gesprochen. Seine Großmutter lernte in den 50 Jahren, die sie in den Vereinigten Staaten lebte, nie Englisch. Enkel Don aber avancierte zur global gehörten Stimme der US-Literatur.

1985 erhielt er für seinen Bestseller-Roman „Weißes Rauschen“ (Original: White Noise) den National Book Award- eine der wichtigsten Literaturauszeichnungen in den USA. 2015 erkannte ihm die Jury schließlich den Ehrenpreis für sein Lebenswerk zu. Für dieses hatte er bereits 2013 den renommierten „Library of Congress Prize for American Fiction“ erhalten. 

Aus diesem Lebenswerk heraus ragt DeLillos buchstäbliches Opus magnum, „Unterwelt“ (Underworld) von 1997 heraus. Der 1000-Seiten-Roman schließt verschiedene Ereignisse der US-Nachkriegsgeschichte kurz. Etwa einen legendären Baseball- Home Run der New York Giants der zum Sieg im Derby gegen die Brooklyn Dodgers führte – just in dem Moment, als FBI-Chef J. Edgar Hoover von der…