Eigentlich fühlt sich alles normal an. Fans schlendern voller Vorfreude aus dem Bahnhofsgebäude, plaudern und schlürfen ihr Bier auf dem Weg ins Stadion an der Alten Försterei: Samstagabend, Flutlicht, ausverkauftes Haus. Berlin-Derby. Fußball-Herz – was willst du mehr?

Doch die Lage ist alles andere als normal. Die Corona-Pandemie hat Deutschland längst wieder im Griff, die vierte Welle schwappt mit voller Wucht heran. Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet tagein, tagaus neue Rekord-Inzidenzen und zuletzt auch einen Anstieg an Todesfällen.

Vor den Einlasskontrollen an der Alten Försterei bilden sich lange Schlangen, Menschen stehen dicht gedrängt beieinander. Insgesamt 22.012 Zuschauer wollen sich das Berlin-Derby nicht entgehen lassen. Wie passt das zusammen?

Antrag auf volle Stadionauslastung

Erst einmal konnte das Berlin-Derby in der Bundesliga vor Zuschauern stattfinden, im März 2019. Die letzten drei Aufeinandertreffen waren wegen der Corona-Einschränkungen alles Geisterspiele. Verständlich, dass die Klubs ihre Rivalität voll ausleben wollen – vor Fans, mit Gesängen und einer besonderen Atmosphäre im Stadion. Deshalb hat Union Berlin beim Berliner Senat den Antrag auf Vollauslastung unter 2G-Bedingungen gestellt, die Politik hat das Spiel so abgesegnet. Doch es bleibt ein fader Beigeschmack.

„Wir halten uns an alle Regelungen“, versichert Unions Stadionsprecher Christian Arbeit. Ähnliches erzählen einem Fans im Stadion. „Wir fühlen uns sicher, sonst wären wir nicht hier“, sagt ein Union-Anhänger.

„2G“ heißt das Zauberwort, alle Zuschauer sind entweder genesen oder geimpft, zudem hat Union Berlin allen Fans geraten, sich vor dem Spiel testen zu lassen. Der Klub hat hierfür auch ein Testzentrum in der Nähe des Stadions eingerichtet. Im Stadion herrscht Alkoholverbot und eine „Empfehlung“, die Maske auch auf dem Platz zu tragen.

Union-Fans beim Derby: wo sind die Masken?

Emotionen besiegen Regeln

Auch vor dem Anpfiff und in der Halbzeitpause…