Schleppende Evakuierungen
„Im Stich gelassen“: So verzweifelt ist die Lage der in Afghanistan ausharrenden Ortskräfte

Mit Schubkarren warten diese Männer auf Lebensmittel, die vom „World Food Programme“ der Vereinten Nationen in Kabul verteilt werden – Millionen Afghanen leben in Armut

© Hector Retamal / AFP

von Thomas Krause
20.11.2021, 17:50 Uhr

8500 Ortskräfte und ihre Familien hat die Bundesregierung bisher aus Afghanistan rausgeholt, mehr als doppelt so viele sitzen noch fest. Die Kritik wegen der schleppend laufenden Evakuierungen wächst.

Mehr als drei Monate nach dem Fall von Kabul ist die Lage für viele Afghanen verzweifelt. Rund 19.000 Ortskräfte und ihre Angehörigen warten darauf, aus dem Land ausreisen zu können – so heißt es aus dem Auswärtigen Amt auf stern-Anfrage. „Die Bundesregierung konnte seit Mitte August etwa 8500 Menschen zur Ausreise aus Afghanistan verhelfen.“ An weiteren Ausreisemöglichkeiten per Land- und  Luftweg arbeite man unter Hochdruck.

„Wir suchen in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt derzeit intensiv nach Wegen, wie für die zu einer Aufnahme berechtigten Ortskräfte der Bundeswehr eine Einreise nach Deutschland ermöglicht werden kann“, bekräftigte auch ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr dem stern.

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