Vulkan
Wie viel Tsunami-Potenzial steckt im Ätna?

Der Vulkan Ätna in der Nähe von Catania spuckt Lava. Welche Auswirkungen die jüngsten Ausbrüche haben, wollen Kieler Forscher untersuchen. Foto: Davide Anastasi/LaPresse via ZUMA Press/dpa

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Der Vulkan Ätna hat die Sizilianer in diesem Jahr in Atem gehalten. Aktivität entfaltet er aber auch unter Wasser. Denn ganz langsam rutscht der Hang ins Mittelmeer. Droht jetzt ein Tsunami?

Regelmäßig und auch spektakulär ist der Ätna auf der italienischen Insel Sizilien seit Februar ausgebrochen. Doch wie wirkt sich die große Aktivität des mehr als 3350 Meter hohen Vulkans auf den Jahr für Jahr einige Zentimeter ins Mittelmeer rutschenden Hang aus.

Dieser Frage wollen Wissenschaftler aus Kiel in den kommenden Wochen bei ihrer Expedition «Hazelnut» mit dem Forschungsschiff «Meteor» nachgehen. «Wir wollen das Tsunami-Potenzial vor dem Ätna besser verstehen», sagt Expeditionsleiter Felix Gross. Am 21. November startet das aus 16 Forschenden bestehende Team vom niedersächsischen Emden aus.

Flanke droht ins Meer zu rutschen

Dass die südöstliche Flanke des Vulkans in Bewegung ist und langsam ins Meer rutscht, ist schon länger bekannt. Der wahrscheinlichste Grund dafür sei die Schwerkraft, sagte der marine Geophysiker Gross vom Center for Ocean and Society der Kieler Universität. Denn der Ätna habe sich sehr wahrscheinlich auf einer Tonschicht aufgebaut, die immensem Druck ausgesetzt sei. «Das Ganze rutscht einfach runter.»

Wissenschaftler der Uni, des Geomar – Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Ätna Observatoriums in Catania (Italien) haben die Bewegungen des Hangs bereits vor Jahren mit Sensoren nachgewiesen. «Zwei bis drei Zentimeter pro Jahr rutscht der Hang ab», sagt die Geowissenschaftlerin Morelia Urlaub von Geomar. Während sich…