Studie
Digitalisierung des Gesundheitssystems nimmt Fahrt auf

Ein Hausarzt sitzt während einer Videosprechstunde in seiner Praxis vor einem Laptop. Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa

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Die Digitalisierung des Gesundheitswesens durch die E-Patientenakte oder das E-Rezept sollen Ärzte entlasten und Kosten auch sparen. Doch bei der Umsetzung gibt es teils große Defizite.

Die Coronakrise hat die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland vorangetrieben – aber vielen Ärzten, Krankenhäusern und anderen Beteiligten fällt der Abschied von Fax und Papier noch schwer.

Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Über 90 Prozent der Praxen in der hausärztlichen Versorgung seien inzwischen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen, heißt es in dem «eHealth Monitor 2021». Die Kommunikation zwischen Krankenhäusern und ambulanten Ärzten erfolge aber immer noch zu 95 Prozent analog auf Papier. Und auch bei den Versicherten gebe es in Sachen digitalisierte Medizin Wissenslücken.

Bessere Rahmenbedingungen

«Insgesamt haben sich die Rahmenbedingungen für eHealth in Deutschland weiter verbessert», sagte Co-Autor Tobias Silberzahn, Partner bei McKinsey in Berlin. Dazu hätten sieben Gesetze beigetragen, die seit 2019 auf den Weg gebracht wurden. «Das Fundament für eHealth in Deutschland ist mit der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) und des E-Rezeptes gelegt. Jetzt muss der Innenausbau beginnen.»

Seit dem 1. Januar 2021 können alle gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) bei ihrer Krankenkassen erhalten. In der ePA werden medizinische Befunde und Informationen aus vorhergehenden Untersuchungen und Behandlungen über Praxis- und Krankenhausgrenzen hinweg gespeichert. Dadurch sollen Informationen…