Im Sommer sorgte das Spiele-Unternehmen Activison Blizzard weltweit für Aufsehen. Nicht weil es ein neues großartiges Spiel auf den Markt gebracht hätte, sondern weil es von der kalifonischen Arbeitsschutzbehörde wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung von Frauen angeklagt wurde. Die Liste der Anschuldigungen ist lang: sexistische Kommentare und Belästigung am Arbeitsplatz, Vergewaltigungswitze, ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, schlechtere Aufstiegschancen für weibliche Beschäftigte. Dem Unternehmen wird eine so genannte „frat boy culture“ vorgeworfen, eine Kultur wie in einer Studentenverbindung, in der Männer sich betrinken und ungehemmt als Machos aufführen.

Zwei Jahre lang hatte die Behörde gegen das Unternehmen ermittelt, bis sie am 20. Juli 2021 die Klage  einreichte. Seitdem vergeht kaum eine Woche, in der es keine Neuigkeiten rund um den Skandal in dem US-amerikanischen Spielestudio gibt. Activision Blizzard ist für Spiele wie „World of Warcraft“, „Diablo“ und „Overwatch“ verantwortlich und zählt gemessen am Umsatz zu den weltweit erfolgreichsten Gaming-Unternehmen. Jetzt steht auch der Activison Blizzard-Chef Bobby Kotick im Fokus. Er soll laut jüngsten Recherchen des „Wall Street Journals“  schon seit Jahren von der frauenfeindlichen Unternehmenskultur gewusst, aber zu wenig getan haben, um das Arbeitsklima zu verbessern. Stattdessen habe er das System nicht nur gedeckt, sondern auch selbst dazu beigetragen, indem er Frauen belästigt, benachteiligt oder nicht ernst genommen habe. In einer Petition  fordern nun mehr als 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Absetzung ihres Chefs.

 

Renee Gittens leitet den internationalen Verband der Spieleentwicklerinnen und Spieleentwickler

„Das in dieser Klage detailliert beschriebene toxische Verhalten ist nur ein weiteres Beispiel für ein chronisches Problem, mit dem wir als Industrie konfrontiert sind“, erklärt Renee Gittens, Executive Director der International Game Developers…