Kampf gegen Inflation
Biden muss Spitze der Notenbank neu besetzen

Joe Biden, Präsident der USA, stellt sich den Fragen eines Reporters. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

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Der nächste Chef der US-Notenbank steht vor großen Herausforderungen. Er oder sie wird die Inflation zähmen müssen – ohne dabei die Konjunktur abzuwürgen. Sonst könnte dies Biden die Bilanz verhageln.

Inmitten der Sorge um die dramatische gestiegene Inflationsrate muss US-Präsident Joe Biden eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Entscheidungen seiner Amtszeit treffen: Er wird in Kürze auswählen, wer künftig die mächtige Notenbank Federal Reserve (Fed) leiten soll.

Die neue Führung wird die Entwicklung der US-Konjunktur – der weltgrößten Volkswirtschaft – bis nach dem Ende von Bidens Amtszeit prägen, denn die Fed kontrolliert die Geldmenge, einen Teil der Finanzmarktaufsicht und den Leitzins. Wegen der Rolle des US-Dollars als globaler Leitwährung für Reserven, Kredite und den Handel hat die Neubesetzung der Fed-Spitze auch weltweit Folgen.

Entscheidung bis Ende nächster Woche

Es geht um die Neubesetzung des Chefsessels ab Februar und um mehrere Positionen im siebenköpfigen Zentralbankrat. Biden will bis spätestens Ende nächster Woche entscheiden. Der Demokrat könnte es sich einfach machen: Er könnte Fed-Chef Jerome Powell, der von seinem republikanischen Vorgänger Donald Trump ernannt worden war, für eine zweite Amtszeit nominieren. Der 68-jährige Powell, ein Jurist und Ex-Investmentbanker, ist seit 2012 Mitglied des Zentralbankrats, seit Februar 2018 ist er auch Ratsvorsitzender. Obwohl Powell politisch den Republikanern zugerechnet wird, wäre es für Biden wohl eine relativ sichere Wahl. Kontinuität an der Spitze der Notenbank dürfte auch von den Märkten positiv aufgenommen werden.

Politisch ist die Entscheidung…