Podcast

„Die Stunde Null“
Steaks aus dem Labor: „Ich will unbedingt erreichen, dass Fleisch anders hergestellt wird“

Laborsteak der israelischen Firma Aleph Frams

© Ilia Yechimovich/DPA / Picture Alliance

Fleisch aus dem Labor? Klingt wie aus einem Science-Fiction-Film, wird aber in einigen Jahren zu kaufen sein, sagt Laura Gertenbach. Die Mitgründerin von Innocent Meat feilt in Rostock an einer Technologie, mit der Fleisch aus tierischen Stammzellen erzeugt wird.

Die Menschheit müsste weniger Fleisch essen. Diese Botschaft kennen die meisten. Wenn irgendwann mal neun oder zehn Milliarden Menschen auf dem Planeten wohnen, würden wir doppelt so viel Fleisch essen wie heute. Und schon heute haben wir ein Problem: Der Fleischkonsum verursacht große Mengen an Treibhausgasemissionen, verbraucht Fläche und Wasser. Was also tun?

„Ich glaube nicht, dass man mit Verboten und Verzichtsklauseln Menschen erreicht“, sagte Laura Gertenbach, Mitgründerin des Rostocker Startups Innocent Meat im Podcast „Die Stunde Null“. „Max Mustermann, der jeden Tag bei Lidl oder Rewe sein Fleisch kauft, will nicht verzichten.“ Die Zahlen, sagte Gertenbach, seien in Deutschland konstant: rund 60 Kilo Fleisch pro Kopf im Jahr. Und überhaupt, seien die Menschen in Schwellenländern noch gar nicht auf den Geschmack gekommen, hier werde der Konsum steigen. 

Deshalb arbeitet sie mit ihrem Co-Gründer Patrick Nonnenmacher an einer Alternative: Sie will Fleisch künstlich herstellen, aus Stammzellen im Labor – kultiviertes Fleisch oder „Clean Meat“ genannt. „Ich will unbedingt schaffen, dass Fleisch anders hergestellt wird“, sagt sie. „Der Klimaaspekt hat eine große Relevanz für mich, und ich möchte in Zukunft weiter Fleisch essen und keinen Erbsenersatz.“

Die 36-Jährige ist in einer Landwirtschaftsfamilie aufgewachsen und hat 2017 Oberlecker,…