Die steigenden Infektionszahlen legen die Versäumnisse der Politik in der Pandemie-Bekämpfung schonungslos offen. Darunter habe nun das ganze Land zu leiden, kommentieren die deutschen Medien. Die Presseschau.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen eilt von Höchststand zu Höchststand. In den Intensivstationen suchen Ärzte händeringend nach leeren Betten. Patienten werden verlegt, Operationen abgesagt. Die Politik ringt derweil um das richtige Vorgehen gegen Sars-Cov-2. Immerhin haben sich Bund und Länder am Donnerstag auf einen neuen Instrumentenkasten gegen die vierte Corona-Welle geeinigt. Und der Bundestag hat dem neuen Infektionsschutzgesetz von SPD, Grünen und FDP zugestimmt.

Das Gesetz sieht unter anderem die 3G-Regel am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Zudem erhalten die Länder die Möglichkeit, bestimmte Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen aufrechtzuerhalten. Ohne Gesetzesänderung wäre dies nach dem Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite am 25. November nicht mehr möglich. 

Ob das alles aber wirklich ausreicht, um die vierte Welle zu brechen? Das meinen die Medien:

„Westfalenblatt“ (Bielefeld)

„So dramatische Worte hat Lothar Wieler noch nie gewählt. Der sonst eher nüchterne RKI-Chef prognostiziert „ein sehr schlimmes Weihnachtsfest, wenn wir jetzt nicht gegensteuern.“ Seine bittere Botschaft lautet: Es ist Fünf nach Zwölf. Heißt: Wir brauchen dringend wirksame Einschränkungen, die konsequent umgesetzt und vor allem auch überprüft werden. Viel ist dazu gestern im Bundestag und in der Ministerpräsidentenrunde gesagt und einiges dann ja auch beschlossen worden. Aber machen wir uns nichts vor: Reichen wird das nicht. Noch will es kaum einer sagen, doch längst stehen auch die vollmundigen Freiheitsversprechen für alle Geimpften zur Disposition, und bis zum Lockdown ist es nicht…