„Schlimmes Weihnachtsfest“ drohe
RKI-Chef Wieler mit verzweifelter Brandrede an die Politik: „Ich kann es nicht mehr ertragen“

Steuern „auf ein wirklich schlimmes Weihnachtsfest“ zu: RKI-Chef Lothar Wieler hat während einer Online-Diskussuin mit Sachens Ministerpräsident Kretschmer eine Brandrede gehalten.

© Wolfgang Kumm / DPA

Vor den Beratungen über neue Maßnahmen gegen die Coronakrise hat RKI-Chef Lothar Wieler eine verzweifelte Brandrede gehalten. Ohne Gegenmaßnahmen „werden wir ein schlimmes Weihnachten haben“. Es handle sich um eine absolute Notlage.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat ein dramatisches Bild der Corona-Lage in Deutschland gezeichnet. „Wir laufen momentan in eine ernste Notlage. Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern“, sagte Wieler am Mittwochabend bei einer Online-Diskussion mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU).

Die Zahl der Neuinfektionen steige steil an, und tatsächlich dürfte sie weitaus höher sein als bekannt: „Die Untererfassung der wahren Zahlen verstärkt sich.“ Hinter den mehr als 50.000 Infektionen, die derzeit pro Tag neu registriert würden, „verbergen sich mindestens noch einmal doppelt oder dreimal so viele“, so der RKI-Chef.

Lothar Wieler: „400 sterben. Daran werden wir nichts mehr ändern“

Zuletzt seien 0,8 Prozent der Erkrankten gestorben. Das bedeute, dass von den mehr als 50.000 Infizierten pro Tag in den nächsten Wochen 400 sterben würden. „Daran gibt es nichts mehr zu ändern.“ In der Bundespressekonferenz habe er zuletzt noch etwas zurückhaltender von 200 Toten pro Tag gesprochen, tatsächlich sei die Zahl aber höher. Niemand könne diesen Menschen noch helfen, selbst mit bester medizinischer Versorgung nicht.

Auch die Lage in den Krankenhäusern wird…