Quantencomputing
Bund startet erstes konkretes Quantencomputer-Projekt

Die Anlage eines Quantencomputers soll in das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching integriert werden. Foto: Lino Mirgeler/dpa

© dpa-infocom GmbH

Beim Quantencomputing investiert Deutschland Milliarden, um bei dieser Zukunftstechnologie unabhängig zu sein. Das Programm wird in Bayern in einem Projekt mit einem deutsch-finnischen Startup gestartet.

Zum Ausbau der Quantencomputer-Technologie in Deutschland hat das Bundesforschungsministerium am Montag einem Konsortium über 40 Millionen Euro an Fördermitteln bereitgestellt.

Ein Großteil der Mittel fließt in einen Quantencomputer, den das deutsch-finnische Unternehmen IQM bereitstellt. Die Anlage wird in den nächsten Monaten und Jahren in das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching integriert. «Wir legen damit den Grundstein für die Arbeiten in den nächsten drei Jahren», sagte die amtierende Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

Die Förderung ist der erste Schritt eines größer angelegten Plans, im internationalen Wettlauf um die Technik der Zukunft Schritt halten zu können. Dafür hatte die Bundesregierung im Mai insgesamt zwei Milliarden Euro freigegeben. 1,1 Milliarden Euro vergibt das Bundesforschungsministerium, 878 Millionen Euro stammen aus dem Etat des Bundeswirtschaftsministeriums.

Der Rechner in Garching soll über 20 Qubits verfügen. Innerhalb der fünf Jahre soll ein wettbewerbsfähiger deutscher Quantencomputer mit mindestens 100 individuell ansteuerbaren Qubits ausgestattet sein – skalierbar auf mindestens 500 Qubits. Zum Vergleich: Der IBM-System Quantum Eagle, das noch in diesem Jahr live gehen soll, verfügt über 127 Qubits.