Pandemie
RKI-Chef Wieler fordert Corona-Impfungen in Apotheken

Lothar Wieler, RKI-Präsident, stellt vor der Bundespressekonferenz eine Grafik mit den neuesten Corona-Zahlen vor. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

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Experten fordern eine deutliche Beschleunigung des Impf-Tempos in Deutschland. RKI-Chef Wieler spricht von einer «Notlage» – und macht konkrete Vorschläge.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, will das Impf-Tempo durch Corona-Impfungen in Apotheken erhöhen.

«Wir sind in einer Notlage, und in einer Notlage muss man bestimmte Dinge großzügig gestalten», sagte Wieler am Mittwochabend bei einer Online-Diskussionsveranstaltung mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Deshalb sei er dafür, dass unter anderem Apotheker impfen sollten.

Wieler: «Brauchen jede und jedem zum Impfen»

«Ich sag das jetzt mal ganz klar: Es muss jetzt Schluss sein, dass irgendwer irgendwelchen anderen Berufsgruppen aufgrund von irgendwelchen Umständen nicht gestattet zu impfen. Wir sind in einer Notlage», betonte Wieler. «Wir brauchen jede und jedem zum Impfen.» Es gebe viele Millionen Menschen, die geimpft werden müssten, auch mit Auffrischungsimpfungen. «Jeder Mann und Maus, der impfen kann, soll jetzt gefälligst impfen. Sonst kriegen wir diese Krise nicht in den Griff.»

Zugleich plädierte Wieler für die 2G-Regeln (geimpft und genesen). «Wir dürfen denen, die sich nicht impfen lassen, wirklich nicht die Chance geben, die Impfung zu umgehen, zum Beispiel, indem sie sich freitesten lassen.» Momentan laufe Deutschland auf eine «ernste Notlage» zu. «Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern.»

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