In einem überfüllten Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste sind die Leichen von zehn Migranten gefunden worden. Wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mitteilte, wurden 99 Überlebende aus dem Holzboot vom Team des Rettungsschiffs „Geo Barents“ geborgen. Die zehn Todesopfer seien vermutlich erstickt.

Es handele sich um „zehn vermeidbare Todesfälle“, erklärte die Organisation weiter – „zehn Menschen, die nach 13 Stunden auf dem Meer einen Erstickungstod erlitten haben“. Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, schrieb auf Twitter, die Rettungsaktion habe vermutlich weitere Todesfälle verhindert.

„Viele scheinen traumatisiert zu sein“

Nach Angaben von MSF befinden sich nun insgesamt 186 Gerettete an Bord der „Geo Barents“, darunter auch Frauen und Kinder. „Viele von ihnen scheinen durch das schreckliche Erlebnis traumatisiert zu sein“, erklärte die Organisation und forderte die Erlaubnis, einen sicheren Hafen anzusteuern.

Viele Menschen brechen von Afrika in Richtung Italien auf, weil sie sich in Europa ein besseres Leben erhoffen. Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der IOM bereits mehr als 1200 Migranten bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gestorben. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

jj/fab (dpa, afp)