Naturkautschuk
Rad- und Autoreifen aus Löwenzahn: Münsteraner wollen den Kunststoff-Abrieb von der Straße holen

Dirk Prüfer (r) und Christian Schulze Gronover in einem Gewächshaus voller Löwenzahn.

© Guido Kirchner / Picture Alliance

Wissenschaftler aus Münster sind für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Sie stellen Fahrrad- und Autoreifen aus Kautschuk her, der wiederum aus Löwenzahn gewonnen wurde. Bei den anbauenden Landwirten mussten sie allerdings erstmal Überzeugungsarbeit leisten. 

Mit Hilfe von Kautschuk aus Löwenzahn wollen Forscher auf nachhaltige Weise Reifen etwa für Autos und Fahrräder herstellen. Radfahrer können die ersten Reifen heute bereits kaufen. Das Projekt der Forscher von der Uni Münster ist für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am Mittwoch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen. Die Wissenschaftler treten dabei gegen eine starke Konkurrenz an: Unter den Nominierten sind auch die Erfinder des mRNA-Impfstoffs gegen das Coronavirus vom Mainzer Unternehmen Biontech.

Wie bekommt man den Kautschuk aus dem Löwenzahn?

Die Molekularbiologen Dirk Prüfer und Christian Schulze Gronover arbeiten seit rund zehn Jahren am Löwenzahn-Kautschuk. Die Idee an sich ist nicht neu. Bereits vor rund 90 Jahren wurde der russische Löwenzahn als Kautschukquelle und damit als Alternative zum Kautschukbaum (Hevea Brasiliensis) entdeckt. Die Wissenschaftler aus Münster erforschen derzeit vor allem die Frage, wie alle Prozessschritte für eine konkurrenzfähige Produktion hochgefahren werden können, zum Beispiel beim Anbau des Löwenzahns. „Wie kann ein Landwirt das sähen und wie am Ende am besten ernten? Das haben wir erforscht“, erklärt Gronover.

Beim Löwenzahn stellt sich etwa die Frage, „wie bekommen wir den Kautschuk raus?“, erklärt Prüfer, auch…