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Apple liefert künftig Ersatzteile an alle

Apple wird künftig den Zugang zu Original-Ersatzteilen nicht mehr so stark begrenzen wie bisher. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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Apple hat bislang nur zertifizierten Werkstätten den Zugang zu Original-Ersatzteilen ermöglicht. Nun öffnet der iPhone-Konzern seine Ersatzteile-Depots schrittweise für alle.

Apple wird künftig den Zugang zu Original-Ersatzteilen nicht mehr so stark begrenzen wie bisher. Der Konzern kündigte am Mittwoch ein Programm zur Self-Service-Reparatur an.

Damit können im ersten Schritt Besitzer eines iPhone 12 und iPhone 13 die wichtigsten Ersatzteile – nämlich Akku, Bildschirm und Kameramodul – direkt von Apple beziehen und auf eigene Faust austauschen. Zuvor hatten nur die rund 5000 autorisierten Service-Provider und 2800 unabhängige Reparaturanbieter Zugriff auf Original-Teile.

Die Self-Service-Reparatur wird Anfang nächsten Jahres in den USA angeboten und im Laufe des Jahres 2022 auf weitere Länder ausgeweitet. Ein genaues Startdatum für Europa konnte Apple am Mittwoch noch nicht nennen. Das Programm soll später auch für Mac-Computer mit einem M1 Chip verfügbar sein.

Reaktion auf Kundenwünsche

Apple reagiert damit zum einen auf Kundenwünsche und Forderungen von Verbraucherschützern. Es gab aber auch in der Politik kartellrechtliche Vorbehalte, die das System mit nur vergleichsweise wenigen Partner-Werkstätten in der Vergangenheit hervorgerufen hatte. So wurde in manchen US-Bundessstaaten inklusive der Apple-Heimat Kalifornien ein «Recht auf Reparatur» samt Zugang zu Original-Ersatzteilen gefordert. Vor einem Jahr sprach sich das Europäische Parlament ebenfalls für ein «Recht auf Reparatur» aus, auch mit dem Ziel, die Nutzungszeiten von Smartphones zu verlängern.