Abgasskandal
Conti-Finanzchef muss gehen

Wolfgang Schäfer, Finanzvorstand der Continental AG, steht bei einem Fototermin in der Konzernzentrale. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Öffentlich wurde die Abgasaffäre bei VW. Dann kam aber die Frage auf, ob nicht auch Lieferanten von Software und Motorsteuerung etwas gewusst haben könnten. Continental zieht personelle Konsequenzen.

Continental trennt sich angesichts der anhaltenden Ermittlungen zur Diesel-Abgaskrise von seinem langjährigen Finanzchef Wolfgang Schäfer.

Der Aufsichtsrat habe in einer Sondersitzung zugestimmt, dass der 62-Jährige das Vorstandsmandat bei dem Autozulieferer mit sofortiger Wirkung niederlege, hieß es am Mittwochabend aus dem Dax-Konzern in Hannover. Schäfer saß seit 2010 in der Führungsetage. Er war dort zuletzt unter anderem auch für Controlling und die Einhaltung rechtlicher Standards zuständig.

Staatsanwälte haben bei der weiteren Aufarbeitung des Abgasskandals, der 2015 zuerst bei VW aufgeflogen war, bereits länger zusätzlich Conti-Ingenieure im Blick. Es kam zu mehreren Razzien. Parallel dazu schob der Zulieferer eine eigene interne Untersuchung an. Deren Ergebnisse sollen nun der Hauptgrund dafür sein, dass Schäfer gehen muss. Sein Vertrag wäre eigentlich noch bis Ende 2024 gelaufen.

«Defizite» bei der Aufklärung

Im Rahmen der Prüfung einer möglichen Mitverantwortung für das Entstehen von «Dieselgate» durch illegale Abschalt-Software seien «Defizite bei der andauernden Aufklärung» zutage getreten, teilte Continental mit. Kommissarisch soll nun Vorstandschef Nikolai Setzer die Ressorts von Schäfer übernehmen, die Aufgaben auf der Ebene darunter führt vorerst die Managerin Katja Dürrfeld fort.

Zum aktuellen Stand des Justizverfahrens und einem…