Am New Yorker Flughafen JFK umarmte Danny Fenster nach der Ankunft innig seine Eltern. „Ich habe mir diesen Moment so lange so intensiv vorgestellt“, sagte er zu wartenden Reportern. Nun überstiegen die Ereignisse sogar seine Vorstellungen.

Er werde aber nur kurz mit seiner Familie feiern, betonte Fenster. Er wolle seinen Fokus schnell auf noch in Myanmar inhaftierte Journalisten und „politische Häftlinge“ legen. „Viele Bürger, Ärzte, Lehrer sind im Gefängnis.“ Über seine eigene Zeit im Gefängnis sagte der Journalist: „Es ist jeden Tag ein Auf und Ab. Es gibt dunkle Momente, und dann gibt es Tage, die ganz einfach vollkommen okay sind.“

Der Mitarbeiter des örtlichen Magazins „Frontier Myanmar“ war am Montag nach Angaben der Militärjunta aus „humanitären Gründen“ begnadigt und aus dem berüchtigten Insein-Gefängnis in Yangon entlassen worden. Er flog dann über Katar in die USA.

Ex-Gouverneur vermittelte

Der im Mai festgenommene Fenster war erst vergangene Woche wegen angeblicher illegaler Verbindungen, Aufwiegelung gegen das Militär und Verstößen gegen Visaregelungen zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Von Dienstag an hätte ihm ein neuer Prozess wegen Aufruhrs und „Terrorismus“ gemacht werden sollen. Bei einer Verurteilung hätte ihm dann eine lebenslange Haftstrafe gedroht.

Foto von Danny Fenster aus der Zeit vor seiner Festnahme

Fenster kam nach einer Vermittlungsmission des früheren US-Diplomaten Bill Richardson frei, der zusammen mit dem Journalisten in die USA flog. Der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates New Mexico betonte am New Yorker Flughafen, er habe nicht im Auftrag der US-Regierung gehandelt. „Ich war kein Abgesandter“, betonte er. Der 74-Jährige hat sich auf schwierige Vermittlungsmissionen insbesondere zur Freilassung von US-Bürgern spezialisert, die im Ausland inhaftiert sind oder als Geiseln genommen wurden.

Mehrere Journalisten noch in Haft

Seit dem Militärputsch in Myanmar im Februar wurden nach UN-Angaben mehr als 1200 Menschen…