Transparency International
Korruptionsrisiken bei militärischen Auslandseinsätzen

Ein A400M der deutschen Luftwaffe (Symbolbild). Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

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Experten sehen bei milliardenschweren Rüstungsgeschäften große Korruptionsrisiken. Deutschland steht im internationalen Vergleich gut da, Gefahren lauern aber bei den Einsätzen im Ausland.

Die Organisation Transparency International hat Deutschland vor besonderen Korruptionsrisiken beim Einsatz der Bundeswehr im Ausland gewarnt.

Insgesamt stehe die Bundesrepublik im internationalen und europäischen Vergleich des Verteidigungssektors aber auf einem guten sechsten Platz, zusammen mit Taiwan, heißt es in dem am Dienstag in Berlin veröffentlichen Korruptionsindex der Organisation. Achillesferse seien unzureichende Vorkehrungen zur Korruptionsbekämpfung bei Auslandseinsätzen.

«Diese Missionen finden oft in Ländern statt, in denen Korruption gedeiht. Trotzdem bleiben Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung in der deutschen Planung und Durchführung von Militäroperationen weiterhin lückenhaft», teilte die Organisation mit. «Auf strategischer Ebene fehlt Deutschland eine Verteidigungsdoktrin, die Korruption bei militärischen Einsätzen thematisiert, insbesondere wie deren Gefahren und Auswirkungen eingedämmt werden sollen.» Zudem gebe es keine Schulungen zur Korruptionsprävention vor dem Einsatz. Berichte über das Korruptionsgeschehen bei Auslandseinsätzen seien nicht frei verfügbar. Deswegen könne nicht festgestellt werden, in welchem Umfang es eine Überwachung der Risiken gebe.

Die Antikorruptionsorganisation veröffentlichte ihren Government Defence Integrity Index (GDI) 2020. Dieser sei die einzige globale Bewertung der Korruptionsrisiken in staatlichen Institutionen des Verteidigungssektors, insbesondere in Verteidigungsministerien. Der GDI untersucht 86…