„Der gemäß Zulassung vorgesehene Abstand von sechs Monaten zur vollständigen Immunisierung bei Personen ab 18 Jahren ist als zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzuhalten ist“, heißt es in einem Brief des geschäftsführenden Gesundheitsministers Jens Spahn und des Chefs der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, an alle Vertragsärzte in Deutschland.

Nicht nur die Risikogruppen

„Sie können daher jede Patientin und jeden Patienten ab 18 Jahren, auch wenn sie nicht zu den Risikogruppen gemäß der aktuellen Stiko-Empfehlung wie ältere Personen, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal gehören, zeitnah und auch vor Ablauf der sechs Monate im eigenen Ermessen impfen“, teilten Spahn und Gassen mit.

Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen wurden in den vergangenen Tagen Rufe nach schnelleren Auffrischungsimpfungen, den sogenannten Booster-Impfungen, laut. Bislang haben rund vier Millionen Menschen eine solche Impfung erhalten, wie aus den neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Impfzentren neu aktivieren?

Der Städte- und Gemeindebund betonte mit Blick auch auf die Debatte um Boosterimpfungen, eine kurzfristige Wiederaufstellung der Corona-Impfzentren sei unrealistisch. „Impfzentren, so wie sie waren, werden wir kurzfristig nicht wieder aufbauen können. Die sind frühestens Ende Januar/Anfang Februar wieder in Aktion“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Er fügte aber hinzu, eine schnelle Strategie zur Booster-Impfung würden die Kommunen „gerne unterstützen“.

(Noch-) Gesundheitsminister Spahn hatte sich schon vor Wochen für Boosterimpfungen stark gemacht

Die zeitweilig mehr als 400 Impfzentren in Deutschland hatten im Frühjahr und Sommer eine zentrale Rolle gespielt, die meisten von ihnen sind derzeit nicht in Betrieb. Gesundheitsminister Spahn hatte sich Anfang des Monats dafür…