Die gewalttätigen Konfrontationen zwischen polnischen Sicherheitskräften und Flüchtlingen an der Grenze zu Belarus sind eskaliert. Migranten schleuderten in der Nähe des Grenzübergangs Kuznica-Bruzgi Steine, Blendgranaten und Tränengaskanister auf die Sicherheitskräfte, wie die polnische Polizei und das Verteidigungsministerium in Warschau mitteilten. Auch hätten sie versucht, den Grenzzaun zu zerstören. Ein Polizist wurde nach offiziellen Angaben schwer verletzt, mutmaßlich erlitt er einen Schädelbruch. Die polnischen Kräfte gingen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Menge vor.

Nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow feuerten die polnischen Sicherheitskräfte auch „Schüsse über die Köpfe von Migranten hinweg in Richtung Belarus“. Lawrow verurteilte das Vorgehen der Polen als „absolut inakzeptabel“.

Das Bild einer belarussischen Drohne zeigt den Wasserwerfereinsatz gegen Migranten an der Grenze

Das Verteidigungsministerium in Warschau sprach von einem „Angriff der Migranten“ an dem Grenzübergang. Die Menschen seien von der belarussischen Seite mit Knallgranaten und Tränengas ausgestattet worden, sagte ein Sprecher der polnischen Polizei. Die Situation sei mittlerweile unter Kontrolle.

Rund 4000 Migranten an der Grenze

Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes campieren derzeit rund 4000 Migranten bei eisigen Temperaturen auf der belarussischen Seite der Grenze. Die vor allem aus dem Nahen Osten kommenden Menschen wollen nach Polen und damit in die EU gelangen. Viele von ihnen nennen Deutschland als ihr Ziel. Die EU wirft dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, als Vergeltung für Sanktionen Flüchtlinge gezielt an die EU-Außengrenze zu schleusen.

Lukaschenko versicherte inzwischen, er wolle eine „Konfrontation“ an der Grenze vermeiden. „Wir können nicht zulassen, dass dieses sogenannte Problem zu einer hitzigen Konfrontation führt“, sagte er nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Belta in einer…