In Kuba haben die Sicherheitskräfte geplante Großproteste der Opposition verhindert und mehrere prominente Regierungskritiker festgenommen. In Havanna war die Polizei mit einem Großaufgebot vertreten. Bewaffnete Einsatzkräfte sicherten die Strandpromenade ab, Beamte in Zivil patrouillierten in Parks und auf großen Plätzen.

Die Oppositionsgruppe Archipiélago hatte trotz eines Demonstrationsverbots zu Protesten in der Hauptstadt und sechs weiteren Provinzen aufgerufen. Die Kundgebungen hätten am Montagnachmittag (Ortszeit) beginnen sollen. Die Regierungsgegner wollten dabei die Freilassung politischer Gefangener, die Beachtung der Menschenrechte und demokratische Reformen fordern.

Weiße Bettlaken

Archipiélago hatte die Menschen dazu aufgerufen, bei den Demonstrationen gegen die kommunistische Regierung weiße Kleidung zu tragen. Sollten die Versammlungen von den Sicherheitskräften unterbunden werden, sollten die Bürger weiße Betttücher von ihren Balkonen hängen. Einige Nutzer veröffentlichten in den Online-Netzwerken Fotos, die sie in weißer Kleidung auf der Straße zeigten. Größere Menschenmengen bildeten sich aber nicht.

Exilkubaner und Unterstützer gehen nahe Miami im US-Bundesstaat Florida auf die Straße

Außenminister Bruno Rodríguez sprach von einer „gescheiterten Operation“ und warf den USA vor, hinter dem Demonstrationsaufruf zu stecken. „Anscheinend haben sich meine Kollegen in Washington umsonst verkleidet, für eine Party, die nicht stattgefunden hat“, spottete er in einem auf Facebook veröffentlichten Video.

Allerdings solidarisierten sich zahlreiche Exilkubaner und Unterstützer im Ausland mit der Opposition. Kundgebungen fanden unter anderem in den USA, in Mexiko, in der Dominikanischen Republik, in Peru, Spanien und Deutschland statt.

Festnahmen in Serie

Bereits vor Beginn der geplanten Proteste waren die kubanischen Behörden gegen mehrere bekannte Oppositionelle vorgegangen. Der Vizepräsident des Rates für den demokratischen Übergang,…