Armenien gibt an, 15 seiner Soldaten seien getötet und zwölf gefangen genommen worden. Das Land teilte ferner den Verlust von zwei militärischen Stellungen an der Grenze mit. Wie armenische und russische Nachrichtenagenturen meldeten, erklärte das armenische Verteidigungsministerium, die eigenen Truppen seien von aserbaidschanischer Artillerie und Panzern angegriffen worden.

Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium wiederum teilte mit, armenische Soldaten hätten aserbaidschanische Stellungen in den Provinzen Kalbadschar und Latschin angegriffen. Beide Provinzen hatte Armenien nach den schweren Kämpfen im vergangenen Jahr an Aserbaidschan abtreten müssen. Bei dem aktuellen armenischen Angriff habe es sich um eine „großangelegte Provokation“ gehandelt. Zwei aserbaidschanische Soldaten seien verletzt worden. Der „Vormarsch des Feindes“ sei jedoch gestoppt und die armenischen Einheiten umzingelt worden.

Die Gefechte waren am Montag an mindestens zwei Punkten im östlichen armenischen Grenzgebiet zu Aserbaidschan ausgebrochen. Nach Angaben aus Baku wurden Arbeiter beim Ausbau von Grenzbefestigungen von armenischer Seite beschossen. Am Dienstag warfen sich beide Seiten den Einsatz von Handfeuerwaffen und auch Artillerie vor.

Eine russische Militärpatrouille in Berg-Karabach (Archivbild)

Bitte um Hilfe aus Moskau

Die Regierung in Eriwan rief Moskau zu militärischem Beistand auf. Russland solle dabei helfen, „die territoriale Integrität Armeniens zu schützen“, sagte der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Armen Grigorjan. Russland gilt als militärische Schutzmacht Armeniens und betreibt dort eine Militärbasis, unterhält aber gute Beziehungen auch zu Aserbaidschan.

Der Kreml informierte am Abend über ein Telefonat des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan. Nach Angaben aus Moskau telefonierte zudem Verteidigungsminister Sergej Schoigu sowohl mit seinem armenischen als auch mit seinem aserbaidschanischen…