Meinung

Eltern in der Pandemie
Hallo, hört mich jemand? Ich kann nicht mehr!

„We are f***ed“, denke ich in diese Zeiten immer öfter. (Symbolbild)

© Getty Images

von Denise Snieguolė Wachter
16.11.2021, 12:02 Uhr

Es geht wieder von vorne los: Die Inzidenz schraubt sich in die Höhe, unsere Kinder sind schutzlos und gefährdet, die Einschläge kommen näher. Und was macht die Politik? Die hat kein Ohr für die Probleme von uns Eltern.

Die Inzidenz in der ganzen Bundesrepublik steigt weiter, die Schnelltests bei Kindern schlagen immer öfter positiv an. Die nächsten Wochen bis Weihnachten werden vermutlich die schlimmsten seit Beginn der Pandemie. Virologe Christian Drosten spricht von weiteren 100.000 Toten. Wie sollen wir das nur durchhalten?, frage ich meinen Partner. 

Wir haben eine anderthalbjährige Tochter, die wir jeden Tag mit mulmigem Gefühl in die Kita geben. Auch dort, erst zwei Wochen her, ein Impfdurchbruch eines Pädagogen. Zum Glück wurde niemand infiziert. Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit. Das Damoklesschwert hängt am seidenen Faden. Das Risiko einer Infektion wächst von Tag zu Tag: Sollen wir das Kind nicht mehr in die Kita schicken? Alles bleibt einem selbst überlassen. Dabei sind wir immerhin vom Home-Schooling verschont, Millionen Eltern graut jetzt schon vorm Wechselunterricht. 

Wir müssen uns was überlegen!, sagt mein Partner. Ja, aber was? Die Energie der Großeltern ist nach fast zwei Jahren Pandemie ausgeschöpft. Zudem wohnen sie nicht in der Stadt. Babysitter auf Dauer ist eine Option, aber eine teure. Unsere Arbeit herunterschrauben? Möglich, bedeutet aber die Arbeitszeit in die Nächte verlegen. Schlaf ist doch sowieso überbewertet. Haha.

„Ich bin wütend auf die Politik“

Ich fühle mich ohnmächtig und hilflos. Ich bin wütend auf die Politik, die wieder sehenden Auges…