Analyse

Bilanz der COP26
Erfolg oder doch nur „Blablabla“? So ist die Situation nach dem Weltklimagipfel in Glasgow

Campact-Demonstration während der Koalitionsverhandlungen: Auch für die künftige Bundesregierung ist die Umsetzung der Glasgower Klimabeschlüsse eine große Herausforderung.

© Tobias Schwarz / AFP

von Dieter Hoß
15.11.2021, 18:58 Uhr

Fachleuten war klar: Die Erwartungen an den Weltklimagipfel waren so hoch, dass sie kaum zu erfüllen waren. Klimaaktivistin Greta Thunberg nannte die COP26 daher ein großes „Blablabla“. Klimaexperten betonen dagegen Fortschritte. Eine Bilanz.

Die COP26 in Glasgow ist Geschichte – und die Reaktionen könnten unterschiedlicher kaum sein. Diejenigen, die angesichts der sich zuspitzenden Klimakrise sozusagen die Rettung der Welt erwartet hatten, reagierten zutiefst enttäuscht. Von „Blablabla“ (Greta Thunberg) und „Betrug an allen jungen Menschen auf dieser Welt“ (Luisa Neubauer) sprachen beispielsweise Aktivistinnen von „Fridays for Future“. Fachleute, die wissen, welche dicken Bretter auf den Weltklimagipfeln gebohrt werden müssen, um die zahllosen Interessen von fast 200 teilnehmenden Nationen unter einen Hut zu bringen, betonen dagegen lieber die Fortschritte. Denn die habe es in Glasgow durchaus gegeben. Doch reichen sie aus, um die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß einzudämmen?

COP26: Beschlüsse reichen nicht aus

Zumindest in diesem Punkt dürften sich Verhandlungsdelegationen, Aktivist:innen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch die Politik weitgehend einig sein. Dass auf Grundlage der Beschlüsse von Glasgow das angestrebte Klimaziel aus dem Pariser Abkommen von 1,5 Grad globaler Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Epoche verfehlt wird, bestreitet niemand ernsthaft. „Wir dürfen uns nichts vormachen: Wir haben den Klimawandel nicht geschlagen“, konstatierte…