Inmitten einer schweren Wirtschaftskrise hat die Mitte-Links-Regierung von Präsident Alberto Fernández bei der Parlamentswahl in Argentinien eine Schlappe erlitten. Sein peronistisches Bündnis Frente de Todos (Front aller) kommt kurz vor Ende der Auszählung auf gut ein Drittel der Stimmen. Die konservative Bewegung Juntos por el Cambio (Gemeinsam für den Wandel) holte 42 Prozent. Als Überraschung wertete die Tageszeitung „La Nación“, dass der Abstand in der bevölkerungsreichen Provinz Buenos Aires nur knapp zwei Prozent betrug. Die Region gilt als Hochburg der Peronisten.

Die Wahlbeteiligung lag bei mehr als 70 Prozent. Insgesamt waren rund 34 Millionen Menschen wahlberechtigt. Die Abstimmung über die Hälfte der Unterhaussitze sowie ein Drittel der Sitze im Senat galt auch als Stimmungstest für die Regierung Argentiniens. 2023 steht die nächste Präsidentenwahl in dem südamerikanischen Land an.

Regieren wird ungemütlicher

Analysten erwarten, dass der bevorstehende Verlust der absoluten Mehrheit im Senat die restliche Amtszeit von Fernández und Vizepräsidentin Cristina Kirchner – die auch Senatspräsidentin ist – deutlich erschwert. Frente de Todos wird nun für Gesetze Verbündete benötigen. Bei Wahlen im September lag die Regierungskoalition bereits hinter der Opposition von Ex-Präsident Mauricio Macri zurück. Im Unterhaus verfügte sie zuletzt nicht mehr über eine Mehrheit.

Die konservative Bewegung Juntos por el Cambio liegt deutlich vor den Peronisten – hier Kandidatin María Eugenia Vidal

Das 45-Millionen-Einwohner-Land steckt in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Inflationsrate liegt bei rund 50 Prozent; die Landeswährung Peso gibt gegenüber dem Dollar immer stärker nach. Inzwischen leben 42 Prozent der argentinischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Probleme bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff und private Feiern im Präsidentenpalast trotz Quarantäne-Vorschriften kosteten die Regierung zusätzlich Ansehen.

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