Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen rückt ein faktischer Lockdown für Ungeimpfte auch in Deutschland näher. Kontaktbeschränkungen für Menschen, die kein zugelassenes COVID-19-Vakzin erhalten haben, seien „unbedingt notwendig“, sagte der Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer im ZDF. Der geimpfte Teil der Bevölkerung müsse weiter am öffentlichen Leben teilnehmen können. „Da, wo das notwendig ist“, seien Maßnahmen gegen die anderen Bürger angemessen. Dies werde abhängig vom Infektionsgeschehen regional entschieden.

Die Parteien einer möglichen Ampel-Koalition, SPD, Grüne und FDP, hatten ihre Pläne im Kampf gegen die Pandemie am Sonntag verschärft. So soll zwar die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ offiziell enden, doch nicht die Möglichkeit, Kontaktbeschränkungen zu verhängen. Grünen-Chef Robert Habeck sagte in der ARD: „Kontaktbeschränkung oder 2G-Regelung heißt in weiten Teilen: Lockdown für Ungeimpfte. Das ist die Vulgärübersetzung.“

3G-Regel für Busse und Bahnen

Gemäß einer Vereinbarung der Ampel-Fraktionen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sollen nur noch Geimpfte und innerhalb eines bestimmten Zeitraums Genesene ohne einen negativen Testnachweis Busse und Bahnen benutzen dürfen. Auch am Arbeitsplatz soll die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) gelten.

„Lockdown für Ungeimpfte – das ist die Vulgärübersetzung“: Grünen-Chef Robert Habeck (Archivbild)

Die Bundesländer könnten dem Papier zufolge Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Versammlungen untersagen, Hochschulen schließen und auch das Betreten von Gesundheitseinrichtungen verbieten, sofern der jeweilige Landtag dies billigt. Alle Maßnahmen gelten demnach bis März 2022 und können dann um drei Monate verlängert werden. Der Bundestag will am Donnerstag über die Vorlage abstimmen.

Sieben-Tage-Inzidenz über 300

Das Robert-Koch-Institut meldete unterdessen 303 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Die Zahl…