Das Megaprojekt Klimaneutralität ist im ureigenen Interesse vieler Firmen und Verbraucher. Ein Weiter-so wäre fahrlässig, legen Ökonomen nahe. Könnten alle gewinnen, wenn die Anpassungsschmerzen durchgestanden sind?

Klimaschutz bedeutet Konsumverzicht, weniger Komfort, höhere Kosten, drohende Jobverluste. Ja – das alles kann Klimaschutz mit sich bringen.

Aber wie sähe die Welt in 30, 40, 50 Jahren aus, wenn man jetzt nicht entschlossen umsteuert? Auch wirtschaftlich? Und liegt im Zwang zum Handeln nicht ebenso die Chance, neue Formen des Wirtschaftens, Arbeitens und Lebens aufzubauen?

Dass ganze Staaten und Gesellschaften nicht umhin kommen, den großen Wurf beim CO2-Einsparen zu wagen, steht für viele Experten außer Frage. Skeptiker des menschengemachten Klimawandels bemühen dennoch gern das Szenario großer Wohlstandsverluste – während manche Optimisten glauben, beim Ausstieg aus der über ein Jahrhundert alten Kohlenstoffwirtschaft müsse es vielleicht gar nicht so ruckeln.

Der bisher umfassendste Strukturwandel wird heftig, so viel ist sicher. Auch Ökonomen wissen, welche Möglichkeiten – neben Risiken – im Aufbau eines CO2-neutralen Systems stecken.

1. Kurzfristig teuer, langfristig unfinanzierbar

Die Forschung macht grundsätzlich klar: Einige bleibende Schäden durch die Erderwärmung sind schon da – die Frage ist, ob und wie sie eingegrenzt werden können. Für die Wirtschaft heißt das: Es geht nicht nur um das Ausschöpfen möglicher Vorteile, sondern auch um das Eindämmen von Nachteilen.

Was passieren könnte, wenn nicht genug getan wird, schätzt eine Studie der Beratungsfirma Deloitte ab. Fast eine Dreiviertelbillion (730 Milliarden) Euro könnten die Folgen des Klimawandels demnach allein in Deutschland bis zum Jahr 2070 kosten, sollte es…