Nach 59 Minuten hob der Schiedsrichter-Assistent in Eriwan die Tafel mit der Nummer 19 in die Höhe. Leroy Sane war damit gemeint. Der Offensivspieler durfte vom Platz, für ihn kam Dortmunds Julian Brand ins abschließende Spiel der WM-Qualifikation in Armenien. Sane hatte nicht seinen besten Tag – ein paar Dribblings, ein paar Vorlagen, ein, zwei Torchancen – das war es. Und dennoch war in seinem Gesicht keine Enttäuschung zu erkennen. Sane wirkt gefestigt, jetzt, wo er in den letzten Wochen zu einem der Leistungsträger im DFB-Team geworden ist. Er ist einer der Top-Gewinner unter dem immer noch neuen Bundestrainer Hansi Flick.

Ganz andere Körpersprache als noch vor Kurzem: Leroy Sane zeigt immer öfter, was er kann

Sane ist das Symbolbild schlechthin dafür, wie schnell sich alles ändern kann im Fußball. Vor ein paar Wochen schlich der Bayernprofi noch mit hängenden Schultern über den Platz, bekam nur noch sporadisch Einsatzzeiten, wurde von den eigenen Fans in München ausgepfiffen. Die Reise zur Nationalmannschaft wurde für ihn zur Reha-Maßnahme, Flick setzte ihn trotz der Formschwäche ein. Seitdem wirkt der 25-Jährige wie ausgewechselt, auch im Verein. In der Nationalmannschaft war er in diesem Jahr der Mann mit den meisten Einsätzen (15), wenn auch nicht mit den meisten Einsatzminuten, machte zudem fünf Tore.

Thilo Kehrer bekommt immer mehr Einsatzzeit in der Nationalelf. Seine Nominierung für die WM scheint sicher

Die Innenverteidigung formiert sich

Neben ihm gehören auch die Verteidiger Antonio Rüdiger und Thilo Kehrer zu den Profiteuren des Trainerwechsels. Rüdiger kristallisiert sich immer mehr als Abwehrchef heraus, Kehrer kann sowohl zentral defensiv, als auch außen spielen, wo es im DFB-Team seit Jahren eine Vakanz gibt. Im defensiven Mittelfeld sind nach dem Rücktritt von Weltmeister Toni Kroos Joshua Kimmich und Leon Goretzka gesetzt. Dass Ilkay Gündogan jedoch mehr als nur eine Alternative für den Notfall ist, zeigt schon die Tatsache,…