Die Zahl der Menschen, die aufgrund mit Feinstaub belasteter Luft frühzeitig sterben, hat in der Europäischen Union deutlich abgenommen. Die EU-Umweltagentur (EEA) in Kopenhagen verzeichnete im Untersuchungszeitraum 2019 einen Rückgang um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar spielten auch günstige Wetterbedingungen eine Rolle, Hauptgrund sei aber die anhaltende Verbesserung der Luftqualität in Europa.

Die absolute Zahl der Feinstaubopfer bleibt dennoch hoch. Dem Bericht zufolge starben 2019 geschätzt insgesamt 307.000 EU-Bürger an den Folgen dieser Luftverschmutzung. Aber der Blick in die Vorjahre zeigt: Die Situation bessert sich. Für 2018 hatte die Behörde die Zahl der Toten noch mit 346.000 angegeben. Zu Beginn der 1990er-Jahre starben in den EU-Ländern jährlich fast eine Million Menschen frühzeitig. Bis 2005 ging diese Zahl dann bereits auf 450.000 zurück.

Luftqualität als Hauptgesundheitsproblem

Schlechte Luftqualität bleibt jedoch das größte umweltbedingte Gesundheitsproblem für Menschen in Europa. Neben Feinstaub ist die Belastung mit Ozon und Stickstoffoxid problematisch. Doch auch hier verzeichnet die Kopenhagener Behörde eine positive Tendenz.

Bei Ozon geht die EEA für 2019 von einem Rückgang der Todeszahlen um 13 Prozent auf 16.800 aus. Die Zahl der Toten durch Stickstoffoxid, das vor allem von Autos und Wärmekraftwerken ausgestoßen wird, ging demnach sogar um ein Viertel auf 40.400 zurück.

Feinstaub Messstation (in Stuttgart): Straßenverkehr als bedeutender Verursacher

Und die EU-Umweltagentur mahnt: Mehr als die Hälfte der 2019 verzeichneten vorzeitigen Todesfälle in der Europäischen Union – etwa 178.000 oder 58 Prozent – hätten theoretisch verhindert werden können, hätten alle EU-Mitgliedstaaten die neuen Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation eingehalten.

Die WHO hatte ihre empfohlenen Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft im September deutlich strenger gefasst. Das, was die Organisation für gesundheitlich…