„Auch wenn ich eine Überraschungsaktivistin bin, es gefällt mir sehr gut und ich genieße es“, sagt Lucy Small und lacht. Die australische Surferin hat im vergangenen Frühjahr in ihrer Heimat spontan eine Debatte über die Gleichbehandlung von Sportlerinnen und Sportlern ausgelöst, die noch immer andauert.

Small hatte bei einem Longboard-Wettbewerb in Sydney gewonnen und dafür einen Scheck über 1500 australische Dollar erhalten.  Der Sieger der Männerkonkurrenz strich dagegen 4000 Dollar ein. Als Small bei der Siegerehrung das Mikrofon gereicht bekam, sprach sie von einem „bittersüßen Sieg“ – weil ihr Surfen nur die Hälfte wert sei wie das der Männer. Darüber sollten die Sponsoren beim nächsten Mal nachdenken, so Small.

Das Video ihrer kurzen Rede ging viral. Die Unterstützung sei „überwältigend“ gewesen, schildert die 28-Jährige der DW: „Die Leute sagten Dinge wie: ‚Du bist großartig‘, ‚So etwas wollte ich auch immer mal sagen‘ oder ‚Mach weiter so‘. Das zeigte mir, dass wir wirklich bereit sind, etwas zu ändern.“

Petition für Gleichbehandlung der Geschlechter 

Ein Surfboard-Hersteller glich die Preisgeld-Differenz aus. Der Verband „Surfing Australia“ schrieb die Verpflichtung, Frauen und Männer gleich zu bezahlen, im Regelwerk für seine Wettkämpfe fest. Doch Small wollte mehr.

Sie reichte im Parlament von New South Wales eine Petition ein. Darin wird gefordert, dass die Gleichbehandlung der Geschlechter im Sport per Gesetz des Bundesstaates festgeschrieben wird: Vereine und Veranstalter sollen nur noch dann Genehmigungen und finanzielle Hilfen erhalten, wenn sie Männern und Frauen gleiche Preisgelder zahlen und ihnen auf allen Ebenen die gleichen Zugangsmöglichkeiten gewähren.

In New South Wales mit der Hauptstadt Sydney liegen die begehrtesten Surfstrände Australiens. Auch die 13.000-Einwohner-Stadt Torquay, die häufig als „Surf-Hauptstadt“ der Welt bezeichnet wird, gehört zu dem Bundesstaat. Nach Angaben der australischen Regierung kommt fast…