Corona
Warum das Schlagwort von der „Pandemie der Ungeimpften“ so trügerisch ist

Inzwischen hat die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland einen Rekordwert von mehr als 300 erreicht

© Angelika Warmuth / DPA

Inzwischen ist oft die Rede von einer „Pandemie der Ungeimpften“. Doch der Begriff ist trügerisch. Zwar sind nach wie vor schwer erkrankte Impfabstinenzler das Hauptproblem in den Kliniken. Doch spätestens mit dem Auftauchen der Delta-Variante gelten manche Lehrsätze von gestern nicht mehr.

Die Corona-Zahlen explodieren, die Intensivstationen laufen voll – und der Großteil der Menschen, die dort landen, ist ungeimpft. Politiker und Mediziner sprachen daher zuletzt öfter von einer „Pandemie der Ungeimpften“. 2G-Regeln wurden diskutiert oder in einigen Ländern eingeführt. Dabei sollen nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt zu Veranstaltungen oder Gastronomie bekommen. Doch trägt die Annahme überhaupt noch, dass ein Ausschluss Ungeimpfter aus einigen Bereichen ausreicht, um die Situation einzufangen? 

In einem sind sich viele Wissenschaftler, Intensivmediziner und auch das Robert Koch-Institut (RKI) einig: Die Corona-Impfung schützt effektiv vor schweren Verläufen oder Tod. „Viele schwere Erkrankungen und Todesfälle hätten verhindert werden können, wenn die Zielgruppen früher und vollständiger geimpft worden wären“, sagt etwa der Braunschweiger Epidemiologe Gérard Krause. Auch der Infektiologe Mathias Pletz vom Uniklinikum Jena betont: „Das Hauptproblem sind nach wie vor die schwer erkrankten Ungeimpften, denn der Flaschenhals, das sind die Intensivstationen.“

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Viele Experten machen aber auch klar: Wer geimpft ist, kann trotzdem zum Pandemiegeschehen beitragen. „Es ist in diesem Herbst und…