Coronamaßnahmen
Vor dem Einsteigen testen – 3G für Busse und Bahnen geplant

SPD, Grüne und FDP wollen die 3G-Regel in Bussen und Bahnen einführen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

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Noch darf in Deutschland jeder in einen Zug steigen, der einen Fahrschein vorweisen kann. Doch bald brauchen Fahrgäste vielleicht weitere Dokumente.

«Personalwechsel – Zugestiegene, bitte die Test- oder Impfnachweise!» Werden so bald die Fahrgäste in der Bahn begrüßt? SPD, Grüne und FDP wollen 3G in Bussen und Bahnen einführen. Nur wer genesen, geimpft oder getestet ist, darf mitfahren.

Doch ohne Weiteres lässt sich das nicht umsetzen. Besonders im Nahverkehr gibt es viele rechtliche und praktische Fragen. Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) warnte am Montag vor einem Verkehrschaos. Jeden Tag seien Millionen Menschen auf Bus und Bahn angewiesen.

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dagegen begrüßte die geplante 3G-Regel im Grundsatz. Während die Deutsche Bahn sich offen zeigte, offenbarte sich Skepis beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, der auch viele kommunale Betriebe vertritt.

3G in Bussen und Bahnen ist ein Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem SPD, Grüne und FDP die Ausbreitung des Corona-Virus bremsen wollen. Darauf haben sie sich am Wochenende verständigt. Bislang stehen die Verkehrsmittel allen offen, es gilt aber eine Maskenpflicht.

Der Virologe Christian Drosten dämpfte die Erwartungen an 3G im Verkehr. Man sei in einer Hochinzidenz-Zeit und müsse damit rechnen, dass anwesende Geimpfte ein substanzielles Risiko hätten, unerkannt infiziert zu sein, sagte Drosten in einer Bundestagsanhörung. Das Ziel, Ungeimpfte vor Ansteckung zu schützen, werde somit verfehlt.