Verbraucher
Sparkassen-Präsident warnt vor Vorzug für Honorarberatung

Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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Am Verkauf von Finanzprodukten verdienen Banken und Sparkassen in der Regel mit. Kritiker unterstellen der Branche, daher häufig am Kundenbedarf vorbei zu vermitteln.

Deutschlands Sparkassen warnen die Politik davor, die Beratung für Finanzprodukte gegen Honorar zum Standard zu machen.

Eine verpflichtende Honorarberatung stelle für viele Kleinanleger eine unüberwindbare Hürde dar, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, der Deutschen Presse-Agentur.

«Wenn ein Kleinanleger für eine Erstberatung von zwei Stunden erst einmal die tatsächlichen Kosten von durchschnittlich 360 Euro als Honorar auf den Tisch legen muss, nehmen die meisten keinerlei Beratung mehr in Anspruch», argumentierte Schleweis. «Eine solche Vorgabe schließt große Teile der Bevölkerung vom Zugang zu guter Beratung aus und ist deshalb unsolidarisch.»

Nach Angaben der Sparkassen gibt es Signale, dass eine künftige Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP sich zugunsten der Honorarberatung positionieren könnte. Im Grünen-Programm zur Bundestagswahl hieß es etwa, häufig würden Bankkunden «Finanz- und Versicherungsprodukte vermittelt, die am persönlichen Bedarf vorbeigehen». Und weiter: «Wir wollen weg von der Provisionsberatung und schrittweise zu einer unabhängigen Honorarberatung übergehen.»

Für Banken und Sparkassen sind Provisionen, die sie zum Beispiel für den Vertrieb von Produkten oder im Immobiliengeschäft kassieren, eine wichtige Einnahmequelle – erst recht im seit Jahren anhaltenden Zinstief. Während der Zinsüberschuss…