Saif al-Islam habe alle „erforderlichen rechtlichen Bedingungen“ erfüllt. Zudem sei er als Wähler für einen Wahlbezirk der Stadt Sebha registriert worden, erklärte die Behörde, die die Präsidentenwahl am 24. Dezember und die Parlamentswahl einen Monat später organisiert. Fotos auf Internetplattformen zeigen ihn in einem traditionellen braunen Gewand und Turban, mit grauem Bart und Brille, bei der Unterzeichnung von Dokumenten im Registrierungszentrum.

Saif al-Islam bei der Registrierung als Kandidat für die Präsidentenwahl

Der zweitälteste Sohn Gaddafis hatte im Juli erstmals Präsidentschaftsambitionen geäußert. In einem Interview der „New York Times“ sagte er, die libyschen Politiker der vergangenen zehn Jahre hätten dem Land „nichts als Elend“ gebracht. Nun sei es „Zeit für eine Rückkehr zur Vergangenheit“. Vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wird Saif al-Islam weltweit gesucht. Ihm werden unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Folter, Mord und Kriegsverbrechen vorgeworfen. Er sei „zuversichtlich, dass diese juristischen Probleme wegverhandelt werden können“, wenn eine Mehrheit der Libyer ihn „als ihren Anführer wollen“, sagte Seif al-Islam in dem Interview, das nach Angaben der Zeitung in einer Villa in der libyschen Stadt Sintan geführt wurde.

Kandidatur war erwartet worden

Seif al-Islam galt lange als möglicher Nachfolger seines Vaters. Vor der Revolte gegen Muammar al-Gaddafi befürwortete er eine Annäherung des Landes an den Westen und eine Öffnung des Herrschaftssystems, zudem erklärte das politische System seines Vaters mehrfach für reformbedürftig. Nach Beginn der Proteste im Februar 2011 plädierte er jedoch für ein hartes Vorgehen gegen die Opposition. Er wird beschuldigt, im Rahmen der Aufstände zur Tötung friedlicher Demonstranten aufgerufen zu haben.

Erst am 12. November hatte sich eine internationale Konferenz in Paris mit Libyen befasst

Einen Monat nach dem Tod seines Vaters im Oktober 2011…