Wie man im Fußball Titel gewinnt, weiß wohl in Deutschland derzeit niemand besser als Hansi Flick. Als er 2019 zum Cheftrainer des FC Bayern München befördert wurde, holte Flick auf Anhieb das viel umjubelte Sextuple – sechs Titel in einer Saison. Das war zuvor nur dem FC Barcelona unter Pep Guardiola gelungen. Innerhalb weniger Wochen hatte der 56-jährige Flick den deutschen Rekordmeister zurück in die Erfolgsspur gebracht. Mit einem klaren Plan und viel guter Kommunikation auf und neben dem Fußballplatz. Als klar im Frühjahr 2021 klar war, dass Flick den FC Bayern verlassen würde, war es daher nur eine Frage der Zeit, bis der DFB sich die Dienste des erfolgreichen Fußball-Lehrers sicherte.

Nun ist Flick seit 105 Tagen Bundestrainer und hat in dieser Zeit schon viele Dinge bei der Nationalmannschaft bewegen können. Der 4:1 (2:0)-Sieg gegen Armenien beim letzten Länderspiel in diesem Jahr war der siebte Erfolg im siebten Spiel unter Flick. Der damit verbundene Startrekord ist bei genauerer Betrachtung allenfalls ein netter Zusatz, trotzdem auch ein Beleg für Flicks gute Arbeit bei der Nationalmannschaft. Dennoch sind die Veränderungen, die der Bundestrainer mit seinem Trainer-Team bei der Nationalmannschaft bereits erreicht hat, viel wichtiger. „Es wird ein Ruck durch diese Mannschaft gehen mit diesem Trainer. Das Schiff, das in den letzten Jahren auf dem falschen Kurs war, wird wieder in die richtige Richtung fahren“, hatte Lothar Matthäus schon im August in seiner Sky-Kolumne über den neuen Bundestrainer geschrieben – und er sollte Recht behalten.

Mit Teamgeist zum Erfolg

Wie schon zuvor beim FC Bayern, hat Flick den Fokus auch bei der Nationalmannschaft auf das „Wir-Gefühl“ gelegt. Mit Erfolg, denn die unter seinem Vorgänger Joachim Löw oftmals lethargisch auftretende DFB-Elf, wirkt wie ausgewechselt. Es steht wieder ein Team auf dem Platz, einzelne Befindlichkeiten werden in den Hintergrund gestellt, der Teamgeist steht im Vordergrund. Mit ein Grund dafür…