Der Druck in der deutschen Öffentlichkeit nahm in den vergangenen Tagen merklich zu. Nun scheinen die Partner der designierten Ampel-Koalition einzulenken. Das neue Infektionsschutzgesetz, das in der kommenden Woche im Bundestag zur Abstimmung steht, könnte doch schärfer ausfallen als bislang von SPD, FDP und Grünen geplant. Das hat SPD-Parteichefin Saskia Esken deutlich gemacht.

„Es ist sehr gut möglich und ich würde es an Stellen auch befürworten, dass wir den Gesetzentwurf noch mal nachschärfen“, sagte Esken der ARD. Man erkenne die Brisanz der Lage. Diskutiert werden müssten neben regelmäßigen Corona-Tests für Beschäftigte in Bereichen wie der Pflege oder in Schulen „auch eine Impfpflicht in diesen Bereichen“.

3G auf der Arbeit und in der Bahn?

Das neue Infektionsschutzgesetz, das der Bundestag am Donnerstag erstmals beraten hatte, sieht ein Fortbestehen der bisherigen Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsgebote vor. Einige bisherige Regelungen sollen aber entfallen: So soll es künftig keine flächendeckenden Lockdowns oder Schulschließungen in Deutschland mehr geben, was nicht nur bei der Opposition für Kritik sorgt.

Inzwischen planen die Ampel-Parteien ergänzende Regelungen wie eine deutschlandweite 3G-Regel am Arbeitsplatz, also Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete, und Testpflichten in Pflegeeinreichungen. Die Details sollen noch festgelegt werden, am Montag gibt es dazu eine Anhörung.

Bahnreisende in Hamburg (Ende Oktober): „Stundenlang eng neben anderen Passagieren sitzen“

Verschärfungen könnte es auch für Bahnreisende geben. Grünenchef Robert Habeck und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach haben sich für 3G in Zügen ausgesprochen. Das Bahnfahren müsse sicherer werden, sagte Habeck der Funke Mediengruppe: „Aus meiner Sicht sollte hier 3G hier gelten, darüber werden wir reden müssen.“ Lauterbach ergänzte in der Zeitung „Bild am Sonntag“, es sei in der aktuellen Corona-Situation unverantwortlich, „dass…