Sturm auf US-Kapitol
Das Schweigen der Anderen – was haben Trumps Ex-Gefährten zu verbergen?

US-Präsident Donald Trump und Stephen Bannon (r.)

© Evan Vucci/AP/DPA

von Niels Kruse
14.11.2021, 19:49 Uhr

Welche Rolle hat das Weiße Haus beim Sturm des US-Kapitols gespielt? Um die Frage zu klären, hat der 6.-Januar-Ausschuss ehemalige, enge Mitarbeiter von Donald Trump vorgeladen. Doch die gehen lieber ins Gefängnis als zu reden.   

„Was ist es, von dem Donald Trump nicht will, dass wir es wissen?“ Diese Frage stellt der Sender NBC News in einem Beitrag über das juristische Gezerre um Dokumente aus dem Weißen Haus. Der US-Kongress hat Memos, Gesprächsnotizen und Protokolle vom 6. Januar 2021 angefordert. Genauer gesagt, der Untersuchungsausschuss, der den Sturm auf das Kapitol an diesem Tag aufarbeitet. Donald Trump aber versucht, die Herausgabe gerichtlich zu verhindern und bislang mit Erfolg: Das vorerst letzte damit befasste Gericht hat seine Blockadehaltung bestätigt. Vorerst jedenfalls, das eigentliche Urteil fällt Ende November. Und dann ist da noch das Schweigen der Anderen.

Als die USA kurz ins Wanken gerieten

Der 6. Januar ist ein Datum, an dem die amerikanische Demokratie für ein paar Stunden bedenklich ins Wanken geriet: Angestachelt durch Trumps falsche Vorwürfe von umfassenden Wahlbetrug, hatten seine Anhänger den Sitz des US-Kongresses erstürmt. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben, darunter ein Polizist, anwesende Abgeordnete und Senatoren fürchteten um ihr Leben. Viele der Eindringlinge skandierten „Hängt Mike Pence!“. Der Präsident hatte seinen eigenen Vize angeschwärzt, weil der an diesem Tag die Wahl Joe Bidens zum US-Präsidenten bestätigen wollte – entgegen dem Drängen Trumps.

Weil alle Versuche des Weißen Hauses die Wahl zugunsten des Amtsinhabers anzufechten gescheitert waren, war die…