Für ihren Kampf gegen die Luftverschmutzung in ihrer Heimatstadt Neu Delhi sind zwei Brüder mit dem diesjährigen Kinderfriedenspreis geehrt worden. Vihan und Nav Agarwal hatten eine Initiative gestartet, die sich um eine fachgemäße Abfallentsorgung tausender Haushalte kümmert. Der Preis der Amsterdamer Organisation Kids Rights Foundation würdigt „den Mut und das Engagement“ von Vihan und Nav Agarwal bei der Bekämpfung der Umweltverschmutzung in ihrer Heimatstadt.

Vihaan und Nav Agarwal hätten „Geschichte geschrieben“, sagte der indische Kinderrechtsaktivist und Friedensnobelpreisträger von 2014, Kailash Satyarthi, bei der Preisübergabe in Den Haag. „Ihre Anstrengungen werden viele andere inspirieren, mutig zu handeln.“

Giftige Luft in der Hauptstadt

Die Luftqualität in der indischen Hauptstadt gilt als eine der schlechtesten weltweit. Ein maßgeblicher Grund dafür ist giftiger Rauch durch die Verbrennung von Müll. Erst am Samstag hatten die Behörden von Neu Delhi wegen akuter Luftverschmutzung die Schulen für eine Woche geschlossen und einen „Verschmutzungslockdown“ erwogen, um die Bürger vor giftiger Luft zu schützen.

Der heute 17-jährige Vihan und sein inzwischen 14-jähriger Bruder Nav hatten nach einem tödlichen Unglück in einer Mülldeponie 2017 begonnen, in großem Stil wieder verwertbares Material von Abfällen zu trennen, damit weniger verbrannt wird. Für Recycling-Unternehmen war die Menge jedoch noch zu klein, sie weigerten sich, das Material abzuholen. Über eine Messenger-Gruppe sammelten die Brüder deshalb in der Nachbarschaft mehr Abfall.

Brennender Abfall in Neu Delhi (2020): Zusammenhang von Luftverschmutzung und Müll

Das Projekt wuchs: 2018 beteiligten sich 15 Haushalte, mittlerweile sind es 1500. Unternehmen und Schulen machen mit. Bald soll die Initiative auch auf die Metropole Kolkata (früher: Kalkutta) ausgeweitet werden. „Unser Hauptziel ist es, unsere Bemühungen weiter zu maximieren und zu erweitern“, sagte Nav.