Im Kampf gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie gilt in Österreich von diesem Montag an ein Lockdown für Ungeimpfte. Das beschlossen Bundeskanzler Alexander Schallenberg und die Regierungschefs der Länder in Wien. Der Lockdown soll nach offiziellen Angaben der „Verhinderung eines Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung“ dienen. Die weitreichenden Ausgangsbeschränkungen sind zunächst auf zehn Tage befristet. Betroffen sind etwa zwei Millionen Menschen. Die Polizei will eigens Streifen abstellen, um die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen. Bei Verstößen drohen bis zu 1450 Euro Strafe.

Die Regierung ergreife „diesen Schritt nicht leichten Herzens, aber leider ist er notwendig“, betonte Schallenberg. Der Lockdown muss zwar am Sonntagabend noch vom Hauptausschuss des Nationalrats – also des österreichischen Parlaments – gebilligt werden. Eine Mehrheit gilt jedoch als sicher.

Kanzler Schallenberg: Impfquote „beschämend niedrig“

Wer weder geimpft noch genesen ist, darf das Haus oder die Wohnung nur noch aus dringenden Gründen verlassen – etwa für Einkäufe des täglichen Bedarfs, für den Weg zur Arbeit, den Besuch beim Arzt oder zu einem Spaziergang. Ziel sei, die Impfbereitschaft zu erhöhen und die sozialen Kontakte um etwa 30 Prozent zu verringern, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Für Schüler gilt der Lockdown übrigens nicht. „In den Schulen geht es so weiter wie bisher“, sagte Schallenberg mit Blick darauf, dass mehrere Tests pro Woche dort üblich sind.

Enorm hohe Inzidenz

Die Corona-Infektionsraten waren zuletzt in Österreich dramatisch gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb dieses Zeitraums – lag nach Angaben der Behörden am Sonntag in Österreich bei 848,2. In Deutschland betrug sie am selben Tag 289. Besonders stark betroffen sind Salzburg und Oberösterreich, wo der Inzidenzwert bei jeweils rund 1300 liegt.

Unter den Ungeimpften betrage dieser Wert dagegen mehr als…