In mehreren Stadtteilen der sudanesischen Hauptstadt Khartum kamen Menschen zusammen, um gegen den Staatsstreich zu demonstrieren. „Dutzende versammelten sich, skandierten gegen die Militärherrschaft und marschierten weiter, um sich mit anderen Versammlungen zu treffen“, sagte ein Zeuge aus dem Bezirk Al-Shajarah im Süden Khartums. „Nein, nein zur Militärherrschaft“ und „Nieder mit dem gesamten Rat“, riefen dort einige Demonstranten. Trotz der Unterbrechung der Kommunikationsnetze versammelten sich auch Hunderte in der Zwillingsstadt der Hauptstadt, Omdurman. Auch dort trieb die Polizei die Demonstranten mit Tränengas auseinander, wie Augenzeugen berichten. Nach Berichten von Ärzten wurde ein Kundgebungsteilnehmer erschossen, weitere Demonstranten erlitten Schussverletzungen.

In Khartum verfolgten Sicherheitskräfte an verschiedenen Stellen der Stadt Demonstranten und versuchten sie vom Marsch ins Stadtzentrum abzuhalten. „Die Leute sind überrascht, dass die das Tränengas so früh einsetzen“, sagte ein Demonstrant der Nachrichtenagentur Reuters. Die Protestierer zogen sich vielfach in Nebenstraßen zurück und errichteten Straßenbarrikaden. Weitere Demonstrationen werden aus der Stadt Wad Madani im Süden sowie aus der Küstenstadt Port Sudan und aus dem Bundesstaat Kassala im Osten gemeldet.

Auch in Port Sudan bildete sich ein langer Protestzug

Zu den landesweiten Massenprotesten hatten pro-demokratische Aktivisten aufgerufen. Eine Rückkehr des nordostafrikanischen Staates zu einer neuen „Militärdiktatur“ müsse verhindert werden, schrieben sie in Textnachrichten.

Brücken in der Hauptstadt blockiert

Die Militärmachthaber entsandten daraufhin am frühen Morgen ein Großaufgebot an Soldaten und Paramilitärs in die Straßen der Hauptstadt Khartum. Alle Verbindungsbrücken zu den Vororten wurden gesperrt. Auch die Umgebung des Präsidentenpalastes und der Flughafen wurden abgeriegelt. Gewerkschaften und pro-demokratische Gruppierungen berichteten von weiteren…