Altersversorgung im Vergleich
Island soll das beste Rentensystem der Welt haben – das kann Deutschland davon lernen

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In einem internationalen Ranking belegt Islands Rentensystem den ersten Platz, Deutschland landet nur im Mittelfeld. Was machen die nordischen Nachbarn besser? Und was kann Deutschland von ihnen lernen?

Erst im Sommer 2021 übten mal wieder einige Ökonomen scharfe Kritik an Deutschlands Rentensystem. In einem Papier dröselte der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums genau auf, welche alarmierenden Probleme sich abzeichnen. Die Experten prophezeien „schockartig steigende Finanzierungsprobleme“ auf die staatliche Rentenkasse zukommen. Die Rente mit 63, die Begrenzung der Rentenbeiträge auf maximal 20 Prozent und die 2018 eingeführte Garantie des Rentenniveaus bei 48 Prozent des Durchschnittslohns würden schwer auf der Kasse lasten. 

Das Grundproblem: Zu viele Rentner wollen Geld aus der Kasse, immer weniger Junge füllen diese auf. Die Differenz zahlt der Gesetzgeber aus Steuermitteln – und muss dafür immer tiefer in die Tasche greifen. Im Jahr 2020 kamen auf 100 Beitragszahler rund 57 Rentner. Im Jahr 2030 dürften es 67 Rentner sein, im Jahr 2050 in etwa 77 Rentner, so das IW Köln. Um das zu finanzieren, müssen Arbeitnehmer entweder deutlich länger arbeiten. Oder deutlich weniger Geld aus der Kasse bekommen. Die FDP wünscht sich einen Aktien-Rente, 30 Milliarden Euro sollen an der Börse eingesetzt werden, um aus dem „Zu wenig“ ein „Reicht für alle“ zu zaubern. Geht das schief, haben wir ein Problem. 

Die Rente macht den Deutschen Sorgen. Privat vorsorgen muss man, eigentlich. Aber eine im Oktober 2021 veröffentlichte Studie des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der IG Metall zeigt, dass im vergangenen Jahrzehnt das Interesse der 17- bis 27-Jährigen am privaten Rentensparen…