Die Konstellation ist nicht selbsterklärend: Warum wird das Deutschlandjahr in Russland, ausgetragen von Herbst 2020 bis Herbst 2021, mit einem Konzert in Berlin feierlich beendet? Und das mit Musikerinnen und Musikern aus drei Nationen – aus Deutschland und Russland, aber auch Frankreich?

Berlin statt Sankt Petersburg: Internationaler Kraftakt der besonderen Art

Die Antwort gibt, wie so einiges in den letzten 20 Monaten, die Pandemie, die gerade die Kulturbranche vor immer neue Herausforderungen stellt. So hätte das Konzert eines Orchesters, bestehend aus jungen Spitzenmusikern dreier europäischer Nationen, deren Beziehungen in den vergangenen Jahrhunderten von gegenseitigen Anfeindungen und Kriegen gekennzeichnet waren, symbolisch in Sankt Petersburg beim IX. Internationalen Kulturforum stattfinden sollen. Das Kulturforum setzt sich zum Ziel, in politisch schwierigen Zeiten wenigstens die kulturelle Anbindung Russlands an andere Nationen aufrechtzuerhalten.

Stilvolle Kulisse: das Konzert 12.11.2021 im Berliner Konzerthaus

Nun ist die aktuelle Pandemielage in Russland derart dramatisch, dass eine Anreise zahlreicher junger Musiker aus dem Ausland nicht gerade vernünftig erschien. So wurde das Konzert von der Neva an die Spree und vom Mariinski-Theater ins Konzerthaus Gendarmenmarkt verlegt. Nur so konnte die geplante Schlussveranstaltung des Deutschlandjahres in Russland „gerettet“ werden.

Endlich wieder zusammen spielen

Die Veranstaltung fand unter der Dachmarke des Festivals „Young Euro Classic“ statt, das traditionell Jugendorchester der Spitzenklasse nach Berlin bringt. Mit von der Partie waren 60 junge Musikerinnen und Musiker führender Klangkörper der drei Länder: des Orchestre Français des Jeunes, des Jugendorchesters des Staatlichen Sankt Petersburger Konservatoriums „Rimski-Korsakow“, das als eines der besten in Russland gilt – und schließlich des deutschen Bundesjugendorchesters (BJO).

Voll bei der Sache: Dirigentin Ariane Matiakh

Die…