Karneval ist eigentlich unvorstellbar in diesen Tagen, an denen wir – und täglich grüßt das Murmeltier – gerade erleben, wie Deutschland mit Pauken und Trompeten in die vierte Corona-Welle rauscht. Die bedrohlichen Zahlen – so viele Neuinfektionen wie noch nie – scheinen eingefleischte Karnevalisten jedoch nicht von ihrem Treiben abzubringen.

Der Rest der Welt fragt sich fassungslos, ob diese Narren jetzt ihrem Namen alle Ehre machen – ist doch das Karnevalstreiben im November sowieso für viele Menschen ein Rätsel.

Was bedeutet der 11.11.?

Tatsächlich gehört dieser Novembertag zu einer alten Tradition – in Köln, Düsseldorf, auch in Mainz und in anderen sogenannten Hochburgen ist der Elfte im Elften ein magisches Datum. Dafür gibt es verschiedene Erklärungen: In der Numerologie steht die Zwillingszahl 11 für einen Neuanfang. Gleich doppelt kann das nur Gutes bedeuten.

Jeck – aber sicher: ein Foto aus der Kölner Altstadt vom Karneval 2020

In der christlichen Mythologie war die Zahl 11 eher ein Zeichen für Sünde und Maßlosigkeit – immerhin befand sie sich außerhalb der Zehn Gebote. Die 11 symbolisierte nicht den Willen Gottes sondern den des Menschen. Sprich: Der Mensch konnte machen, was er wollte – er hatte „Narrenfreiheit“. Als „Narrenzahl“ bedeutet die 11 auch dies: Unter der Narrenkappe sind alle Menschen gleich.

Der Elfte im Elften wird auf verschiedene Weisen begangen: In Düsseldorf etwa wird der Schelm „Hoppeditz“ zum Leben erweckt, in Köln stellt sich das neue Dreigestirn mit Prinz Karneval, Bauer und Jungfrau vor und in Mainz wird die traditionelle „Narrencharta“ verlesen.

Diese Feste finden auf den großen Plätzen, meistens vor den Rathäusern der Städte, statt. Es wird mit lokalen Musikgruppen und jeder Menge Alkohol den ganzen Tag gefeiert. Auch die Kneipen machen mit, dort dauert so manche Party bis in die Morgenstunden.

Warum muss das jetzt sein?

So ein Bild wollen die Kölner Karnevalsfans in diesem Jahr nicht mehr sehen

Im vergangenen…