China und die USA haben bei der UN-Klimakonferenz in Schottland eine Vereinbarung für mehr Klimaschutz geschlossen. Das gab der chinesische Klimagesandte Xie Zhenhua in Glasgow bekannt. „Beide Seiten erkennen an, dass es eine Kluft zwischen den gegenwärtigen Bemühungen und den Zielen des Pariser Klimaabkommens gibt“, sagte Xie mit Blick auf die drohende Erderwärmung.

In der gemeinsamen Erklärung versprechen beide Länder, ihre Anstrengungen zur Bekämpfung der Klimakrise zu verdoppeln, wie der Klima-Beauftragte der US-Regierung, John Kerry, vor Journalisten erläuterte. Gemeinsam haben „wir unsere Unterstützung für eine erfolgreiche COP26 dargelegt“, sagte er. Diese Erklärung sei ein Schritt, auf dem beide Seiten aufbauen könnten. UN-Generalsekretär António Guterres lobte die Vereinbarung als „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“.

John Kerry in Glasgow

Das Pariser Klimaabkommen sieht eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad vor. Derzeit steuert die Erde nach UN-Angaben aber selbst bei Erfüllung aller nationaler Klimaschutzzusagen auf eine folgenschwere Erwärmung um 2,7 Grad bis zum Jahrhundertende zu.

In Glasgow verhandeln seit dem 31. Oktober fast 200 Staaten über die konkrete Umsetzung des Pariser Abkommens von 2015. Offiziell soll die COP26 am Freitag enden.

China hatte kurz vor der Weltklimakonferenz mit seinem überarbeiteten Klimaziel enttäuscht. Darin bestätigte das bevölkerungsreichste Land der Welt lediglich, dass es bis zum Jahr 2060 CO2-Neutralität erreichen will. Die Treibhausgasemissionen des Landes könnten bis dahin also noch deutlich steigen.

Vielfach kritisiert wurde auch, dass Chinas Präsident Xi Jinping, anders als zahlreiche andere Staats- und Regierungschefs, zum Auftakt der UN-Klimakonferenz nicht nach Glasgow gereist war. Sowohl die USA als auch die Bundesregierung riefen Peking auf, beim Klimaschutz nachzulegen.  

se/hf (afp, rtr, ap)