„Wo wir früher noch zehn Talente bekommen haben, bekommen wir heute gerade einmal zwei“, sagt Jörn Elberding der DW. Der Geschäftsführer vom TSV Bayer 04 Leverkusen kennt die Problematik um den Nachwuchs im Leistungs- und Spitzensport seit einigen Jahren. „Das hat sich definitiv verändert. Man muss jetzt an allen Ecken und Enden suchen.“ In dem Klub, der schon viele Weltmeister und Olympiasieger hervorgebracht hat, herrscht in manchen Bereichen Mangel. Und wenn selbst weltweit so renommierte Vereine wie Bayer 04 um die Breite an Athleten und Athletinnen kämpfen müssen, scheint das Problem ernst zu sein. So ernst, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) diesem Trend nun massiv entgegenwirken will. 

„Wir müssen versuchen, durch neue Konzepte einen Turnaround hinzubekommen“, sagt Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport des DOSB, der DW. Dies soll durch einen ganzheitlichen Ansatz, von den Kindern bis zum Spitzensport, umgesetzt werden. Dafür müssen aber mehr Menschen, vor allem jüngeren Alters, in Bewegung versetzt werden. Denn die Entwicklungen im Hochleistungssport bei Olympischen Sommerspielen der vergangenen Jahre sind mehr als ernüchternd. „Die Bilanz von Tokio spiegelt eine Entwicklung der letzten 30 Jahre wider“, sagt Schimmelpfennig. Holte die deutsche Mannschaft bei den Sommerspielen von Barcelona 1992 insgesamt noch 82 Medaillen (33 Gold, 21 Silber, 28 Bronze), waren es in Japan in deisem Sommer gerade einmal 37 (10 Gold, 11 Silber, 16 Bronze). Mehr Medaillen durch mehr Sportler soll der Ansatz sein.

Schlechterer Bildungsgrad, größere motorischen Defizite 

„Es wird immer deutlicher,  dass Jugendliche und Kinder motorisch rückständig sind, sich immer weniger bewegen. Das wurde durch die Pandemie nochmal verstärkt“, sagt Schimmelpfennig. „Wir müssen erstmal sehen, dass wir die Kinder wieder in Bewegung bringen.“ 

Kinder sollen wieder mehr Sport treiben, fordert der DOSB

Auch die Wissenschaft hat sich dem Phänomen seit längerer Zeit…