Arbeitnehmerrechte
Verfällt Resturlaub wirklich zum Jahresende?

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In wenigen Tagen beginnt das neue Jahr. Wer jetzt noch Resturlaubstage hat, fragt sich: Kann ich die Tage mit ins Jahr 2020 nehmen? Oder verfällt der Anspruch darauf?

Nur noch wenige Tage trennen uns vom Jahreswechsel. Wer jetzt noch nicht seinen gesamten Jahresurlaub eingereicht hat, stellt sich die Frage: Darf ich die Tage im kommenden Jahr nehmen? Oder verfällt mein Anspruch darauf? Das Bundesarbeitsgericht hat die bisherige Rechtsprechung angepasst – und nimmt den Arbeitgeber stärker in die Pflicht. 

Bislang mussten Mitarbeiter, die noch freie Urlaubstage zum Jahreswechsel nicht genommen hatten, nachweisen, dass sie diese aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht nehmen konnten. Nun muss auch der Arbeitgeber deutlich stärker aktiv werden. Sie müssen ihre Arbeitnehmer individuell auffordern, den Resturlaub auch wirklich zu nehmen. Diese Mitteilung muss rechtzeitig beim Mitarbeiter eingehen. Und es muss einen Hinweis darauf geben, dass nicht genommener Urlaub am Ende des Bezugs- oder Übertragsungszeitraums verfällt. Bei einigen Firmen ist der Stichtag der 31.12. Andere Unternehmen geben Mitarbeitern bis zum 31.3. Gelegenheit, den Urlaub zu nehmen.

Allerdings ist diese Übertragung bis Ende März an Bedingungen geknüpft. Wörtlich heißt es dazu im Bundesurlaubsgesetz: „Der Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen.“

Wann der Anspruch auf Resturlaub nicht verfällt

Wer aus persönlichen Gründen wie Arbeitsunfähigkeit (längere Krankheit) oder weil ein Familienangehöriger gepflegt werden…